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Schweden / Norwegen

Schweden war für uns ein Land, welches sich von einer Seite zeigte, die wir so nicht kannten. Es gehörte auch sehr viel Eigenes von uns dazu. Findungsphase, so würde ich diese Mal nennen. Die stetigen Up`s und Down`s in unserer Gefühlswelt wurden wahrgenommen, angeschaut, besprochen und letztendlich auch losgelassen. Man glaubt gar nicht in welch einem Prozess man sich befindet. War man doch in Deutschland in dem schönen Ablenkungsmodus gerutscht und hatte man doch gar keine Zeit sich mit sich selbst zu beschäftigen. 

Hier natürlich das Augenmerk auf: Mit sich selbst beschäftigen?!?

Nach einer sehr erfahrungsreichen Woche, die wir mit lieben Freunden im Süden von Stockholm verbracht haben, starteten wir am 15.4.18 an der Ostseeküste entlang in Richtung Nord-Schweden. Ziel war es, urige Natur zu erleben, Elche beobachten und Stille. Irgendwie ergab sich weder das Eine, noch das Andere. Ziemlich irritiert in unserer Wahl, ob es richtig war diesen Weg zu nehmen, gab es eine Abzweigung in Höhe Sundsvall, Trondheim war ausgeschildert, also entschieden wir kurzer Hand nach Norwegen zu fahren. Tolles Gefühl. Richtige Entscheidung. Auf diesem Wege fuhren wir quer durch Schweden, von Ost nach West und lernten wieder eine andere Landschaft kennen. Jetzt kamen die besagten Wälder, vorerst ohne Elche, dafür aber mit viel Schnee. Am Tännforsen, einer der mächtigsten Wasserfälle Schwedens übernachteten wir und siehe da, deutsche Urlauber im MercedesBenz Rundhauber, Oldtimer-Expeditionsmobil, mitten im Einöd, trotz des besagten Wasserfalls. Wir hatte oft das Gefühl, die Einzigen zu sein, welche sich auf Reisen befinden. Es war ein einmaliges Erlebnis, diese Wucht an Wasser in einem zum Teil gefrorenen Zustand und mit Massen von Schnee zu erleben. Am nächsten Tag folgte ein sehr nettes Gespräch von fast 4 Stunden mit Friedrun und Peter. Wir durften erleben wie schön es ist Gleichgesinnte zu treffen, welche voll auf dem gleichen Pfad sind wie wir. Hier nochmal ein Dankeschön an euch, dass wir euch treffen durften. Nichts passiert Zufällig. 

Norwegen

Am 21.4.18 fuhren wir dann ganz unspektakulär nach Norwegen rüber, mitten auf einer Passstraße, stand Gott sei Dank ein Schild, wir hätten es sonst nicht wahr genommen. In Norwegen angekommen überwältigten uns schon die ersten Kilometer. Wahnsinn. Hinter jeder Kurve entstand ein neues Bild mit atemberaubender Landschaft. Was soll ich noch sagen, unsere Bilder werden es euch bestätigen. Was die Energie diese Landes betrifft, da ich ja immer sehr auf die Gefühle achte und jetzt auch der Ard Hase. Beide, unabhängig voneinander, schauten uns an und wir wussten, dass ist es. Dieses Gefühl war rein und flar. Nicht zu beschreiben. Einfach anders als in Schweden, keine Schwere oder Druckgefühl, Nein es gab ein freudiges Gefühl im Herzen.

In Trondheim angekommen parkten wir am Hafen, dort kam uns schon ein junger Mann aus Norwegen entgegen, welcher sich sehr für unser Fahrzeug begeistert zeigte. Er lebt natürlich sein Leben so wie er es sich vorstellt. Im Camper, spartanisch ausgestattet, ein kleines Boot und verrückt nach Trekkingaktivitäten. Im Winter geht er Fischen auf die Lofoten, verdient somit sein Geld und im Sommer geht er in die Natur und macht das was ihm Spaß macht. Er achtet sehr auf sein Körper, geht halbnackt im Fjord bei -20° 25 min schwimmen. Ist gut fürs Immunsystem sagt er. Okay, dass hat uns mal kurz Stumm werden lassen. Krasser Typ und Respekt. Was sollte es uns sagen? Ihr seid genau richtig, schaut hin oder entspannt euch in euren Vorstellungen und lebt das Leben? Diese Begegnung hat uns beide noch etwas beschäftigt, positiv natürlich. 

Weiter ging es dann auf der E6 in Richtung Tromsö, hier stellten wir sehr schnell fest, es muss noch einen anderen Weg geben um auf die Lofoten zukommen, dies war nämlich unser nächstes Ziel. Kurz recherchiert und ab auf die R17, eine wunderschöne Ausweichroute am Atlantik entlang, zwar kostenintensiver, aber traumhaft. In Bodö nahmen wir dann die Fähre direkt zu den Lofoten, wir hatten nämlich nach einer knappen Woche nur im Auto sitzen und Kilometer abfahren (1.180 km in 6 Tagen) so langsam eine kippende Stimmung. Wir merkten wie es uns zu anstrengend wurde. Also los, nicht lange reden, tun wir es. Wir stellten uns also an und ich gab ein Stoßgebet nach oben und bat um eine ruhige See. 3 ½ h Überfahrt. Gut, hatte irgendwie nicht ganz geklappt, die Wellen kamen von links und rechts, dies bescherte mir und den Kids leichtes Schwanken im Kopf und dann auch im Bauch. Ich schaffte es nur mit Globulis und Meditation + Musik und Augen zu. Tara sah einen Film und Elu schwankte zwischen hinsetzen, Toilette oder zu Papa, dem es im Gegensatz zu uns sehr gut ging. Er unterhielt sich angeregt mit einem deutschen Pärchen. Die Entschädigung kam dann mit der Anfahrt auf die Lofoten. Ein Traum. Was für ein wunderschönes Fleckchen Erde. Siehe Bilder. Hier verweilen wir jetzt erst einmal. Wie lange? Wissen wir nicht. Unsere Planung, Mitte Juni in Helsinki zu sein, werden wir nicht schaffen, da es bei den noch zu fahrenden Kilometern zu stressig werden würde.  

Wir genießen es so sehr uns 5 zu haben und jetzt so viel Zeit wie wir wollen, irgendwo, zu verbringen.

Von Heimweh ist hier keine Spur spürbar. Die Kinder leuchten richtig wenn man ihnen in die Augen blickt. Sie blühen richtig auf. 

Freies Lernen:

Der Bücherwurm hat sich hier bei allen eingeschlichen. Sie lesen, lesen, lesen. Unglaublich viele Fragen ereilen uns Tag täglich. Über verschiedenste Dinge sprechen wir, was gerade unterwegs zu uns kommt. Heute Morgen war das Thema Umwelt, Natur, Tourismus. Immer wieder Fragen zum menschlichen Körper, Barfuß bei 2 Grad Außentemperatur mit Wasserspaziergang am Atlantik. Was passiert eigentlich mit der Durchblutung im Körper? Wie reagieren alle meine Organe darauf? Es ist faszinierend wie anders sich unsere Kinder entwickeln. Sie achten mehr auf sich und uns. Jeder ist für jeden da. Wir reden und diskutieren zusammen. Sie wollen einfach die Welt verstehen lernen. 

Englisch läuft, kleiner Ausschnitt von Tara´s alltäglichen Kracher: 

Tara geht in ein kleines Einkaufcenter und möchte die Toilette aufsuchen. Wir sagten ihr, sie könne sich jetzt alleine Durchfragen, dass tat sie auch prompt. Ganz selbstbewusst, ohne von uns Vorlagen zu erhalten, was es auf englich heisst –Wo ist die Toilette-stiefelte sie rasch los. Traf auf eine Verkäuferin und legte los: „ Can you go into the toilette please?“ 😉

 

Herrlich.  Soviel zum Englisch, es läuft. Sie trauen sich und reden einfach drauf los. Die Verbesserung kam natürlich von unserer Seite, nachdem wir alle erstmal herzlich lachen mussten und Tara ebenfalls, als sie wusste was sie da gesagt hat.  

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Cornelia D. (Sonntag, 29 April 2018 22:53)

    Ach Ihr Lieben, so herrlich Eure Bilder, fantastische Eindrücke und Deine Schilderung lässt mich schmunzeln. Auch das Ihr das Gleichgesinnte getroffen hst, freut mich sehr. Es ist wie so eine kleine Bestätigung...Ihr seit nicht allein Unterwegs... So toll �

  • #2

    Anja :-) (Montag, 30 April 2018 04:53)

    Herrlich eure Eindrücke - so anders als bei uns in Australien. Da können wir glatt mit euch die andere Seite miterleben. ;-)

  • #3

    Sandra (Montag, 30 April 2018 07:41)

    Schöne Geschichten, tolle Bilder :-)

  • #4

    Peggy (Montag, 30 April 2018 17:13)

    Das Geschriebene zu Euren Bildern bewegt ungemein.
    Die Entwicklung und Eindrücke faszinierend.
    Freue mich auf die nächsten Bilder und Zeilen dazu.
    Liebe Grüße aus der Heimat

  • #5

    Regina (Freitag, 04 Mai 2018 07:44)

    Liebe Nadine �Dankeschön, dass wir an eurem Abenteuer ( in Gedanken und Bildern) teilnehmen dürfen!!! Es ist super spannend � Seid ganz lieb gegrüßt und geknuddelt von Hubert und Regina �������

  • #6

    Christian v. Koerber-Nix (Dienstag, 08 Mai 2018 19:41)

    Alles Gute, ihr Lieben. genießen eure Erzählungen .