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Norwegen Lofoten

Die Ankunft mit der Fähre auf den Lofoten beraubte uns bereits des Atems, als das dichte Wolkenband die Schneebedeckte Gebirgskette ihrer faszinierenden Schönheit Preis gab. Das Wetter hätte nicht besser sein dürfen, um zumindest ein Fünkchen des Gefühls zu erhaschen, was Seefahrer vor vielen hunderten von Jahren bekamen, wenn Sie mit Ihren Segelbooten auf die ältesten Felsmassive, die sich in den letzten Millionen Jahren zu einer Halbinsel formten, zu steuerten. Auch hier war der Frühling in greifbarer Nähe. Was allerdings in dieser Region natürlich anders zu verstehen ist, als für unsere Breitengrade verständlich. Eine dichte zum Teil Meterhohe Schneedecke offenbart sich einem sobald man den Küstenstreifen verlässt und sich über kleine Gebirgsstraßen auf den Weg ins Landesinnere macht. Ein Wandern auf den sich immer wieder scheinbar neu zu erfinden Bergformationen die man erspäht sobald man die Insel erkundet, ist ohne der passenden Ausrüstung – Steigeisen, Schneeschuhe – schier unmöglich. 

Begonnen haben wir unseren Lofotenaufenthalt am Fährhafen in Moskenes, so ziemlich der südlichste Zipfel. Hier blieben wir nicht nur wegen des leckeren Duftes von zutrocknenden Stockfisches(Kabeljau so heißt der Geschlechtsreife Dorsch) für 2 Tage auf dem Campingplatz. Die üblichen Rituale: Wäsche waschen, in einem neumodischen Ding namens Waschmaschine und dem Genuss von einer weiteren bisweilen irretierenden Erfindung : warmes Wasser aus der Wand. Hat sich ganz gut zum Waschen gemacht. Ich hoffe es natürlich richtig angewandt zu haben, da es aber wie überall wo wir in den vergangenen Wochen aufkreuzten noch Nebensaison bis gar keine Saison war, trafen wir auch hier kaum irgendwelche anderen Eidgenossen die man zum genaueren Gebrauch hätte fragen können oder die einen schlicht irretiert bis verstört hätten angeschaut.

Momentaufnahme: Während ich hier auf einem Felsen sitze mit einem atemberaubenden Ausblick  auf einen Fjord und im Hintergrund eine in Schnee getauchte Bergformation, hinter der jeden Abend die Sonne in einem schier endlosen Licht- und Farbspektakel verschwindet wieder auftaucht um dann erneut in einer minutenlagen Zeremonie zu verschwinden und diese Zeilen schreibe, zieht in aller Seelenruhe eie Gruppe mit etwa 10 Delphinen vorbei… Ein Geschenk, das wir gerne mit euch teilen….

Unser Weg sollte uns auch zu Jan und Steffi führen zu denen wir uns haben Bücher schicken lassen. Nachschub für unsere Leseratten Elu und Tara. Mit Spannung haben wir natürlich auch unseren Stoff erwartet. Der hauptsächlich aus den Empfehlungen von Jaqueline bestannt, die wir ja in Stockholm besuchten.

Wenn man sich auf die etwas kälteren Temperaturen einlassen kann, dann ist das so ziemlich die beste Reisezeit für diese Region. Das wurde uns zumindest auch von den Einheimischen bescheinigt, da in den kommenden Wochen die Saison startet und die Weißlinge(neu gelernter Begriff – steht für Touristen in den weißen Plastikbombern von Hymer und der Gleichen) über die Lofoten herfallen. Dann sind alle schönen Strandabschnitte und einsamen Stellplätze auf den Bergen voll. Wenn dann auch noch die Touristen von den Booten der alten Postschiffe(Hurtigrouten) an Land mit den Bussen von Städtchen zu Städtchen über malerisch gelegene kleine Fischerdörfer gefahren werden, soll kaum noch ein treten  möglich sein. Bis dann 4 Monate später der ganze Spuk wieder vorbei ist. 

Ein besonders schöner Stellplatz direkt an einem Sandstrand hatte es uns besonders angetan. Hier blieben wir gleich erst einmal für mehrere Tage stehen. Wie der „Zufall“ es so wollte, trafen wir hier auch auf Heidi aus Österreich und ihre 14 Jahre alte Hündin Peggy aus Portugal. Sie ist mit einem VW T3 unterwegs und verbringt die Sommermonate auf den Lofoten. Diese gemeinsamen Tage sollten nicht die letzten sein. 

Wir fuhren dann über einen kleinen Umweg von 2 Tagen(tatsächliche Entfernung 50km) zu Steffi&Jan. Ihr Haus lag am Fuße eines kleinen Berges mit dem Blick direkt auf´s Wasser. Aus dem kurzen Zwischenstopp sind dann doch 4 Tage geworden. Das Wetter war in dieser ganzen Zeit auch so miesepetrig als fühlte es, dass wir viel zu bereden hätten. Es begann wie auch schon so häufig auf unserer Reise ein reger Austausch. Interessante Gespräche und geselliges Beisammensein zeichnete eine Atmosphäre der Entspannung unter das schwarze Dach des weißen Holzhauses. Auch bei unserer Abfahrt war uns wie bereits die Tage zuvor das Regenwetter treu geblieben, nach einem kurzen Zwischenstopp Leknes fuhren wir an einen bekannten Surferstrand in dieser Gegend. 

Durch den knapp 1 Kilometer langen, einspurigen und unbeleuchteten Tunnel, fuhren wir mit den Scheinwerferstrahl eines Teelichts, einer sich den Einwohner bekannten Wetterkapriole entgegen. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel waren neben Heidi und Peggy die bereits auf uns warteten, die freudige Überraschung für diesen Abend. Mit einem gemeinsamen Abendessen ließen wir den Tag ausklingen. Am nächsten Morgen legten die Wellen in der Bucht noch einmal so richtig zu und gewannen schnell an Höhe. Die Lokals aus der Umgebung und Besitzer der Surfschulen, nutzen noch mal eine der letzten Möglichkeiten im kühlen Nass die Saison ausklingen zu lassen. Jupp… richtig - ausklingen… Die Wellen nehmen über die Sommermonate ab und laden erst wieder im Herbst zum Polar – Arktic – Surf ein. Dann heißt es wieder Neoprenanzug am besten mit Schafswolle, Mütze, Handschuhe, Schuhe raus und ab auf´s Brett zum Wellenreiten. 

Nachweiteren gemütlichen Tagen am Strand mit einem erneuten sehr emotionalen Wiedersehen mit Steffi und Jan folgte dann auch leider der Abschied von den Lofoten und der so liebgewonnen Heidi. Die uns mit Ihrer immer andauernden positiven Einstellung und Ihrer Sicht auf die Dinge des pragmatischen Reisens mehr als nur fasziniert hat. Wir möchten uns noch einmal an dieser Stelle bei euch dreien für diese tolle Zeit bedanken.

Nächster Stopp war nun die Insel Senja die auch den Beinamen „kleine Lofoten“ trägt. Wie sollte es auch anders sein, stand Sie dem Original in nichts nach. Es ist eh schwierig hier im Land der sich aneinanderkettenden Naturspektakel den schönsten aller Flecke auszumachen. Auch hier fanden wir wieder unseren einsamen Sandstrand, an dem wir die Natur, Sonnenuntergänge und das klare Wasser genießen konnten. Achso… Badesaison wurde bei uns bereits vor geraumer Zeit eröffnete. Seit dem genießen wir das warme Meer bei um die 6° und vom Eisbefreite Bergseen um die 2°. Weiter geht es nun Hoch gen Norden Richtung Alta. Euer Ard 

 

 

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