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Es geht weiter

Interview mit Ard vom 1.10.18

 

Ein Auszug vom 7.10.18 aus dem Märker Oberhavel-geschrieben von Antje Jusepeitis 

 

Oberhavel. (tja) „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“, sagte John Lennon einst. Frei nach diesem Plan starteten Nadine und Ard Schumacher mit ihren Töchtern im März zu einer Weltreise. Sie gaben ihre Jobs auf, verkauften ihr Haus, meldeten die Kinder von der Schule ab und begaben sich auf ein Abenteuer, das eineinhalb Jahre dauern sollte. In unserer Silvesterausgabe 2017 berichteten wir von der großen Fahrt. Sie sollte sie in ihrem Steyr letztlich bis nach Neuseeland führen. Das umgebaute, ehemalige Militärfahrzeug „robuste Technik“ hat die Familie seit dem endgültigen Start nie im Stich gelassen. Vergangene Woche befand es sich zur planmäßigen Durchsicht in einer Fachwerkstatt. „Alle 20  000 Kilometer müssen alle Flüssigkeiten ausgetauscht werden“, sagt Ard. 21  000 Kilometer stehen seit dem Abschied der Schumachers aus Oranienburg im Frühjahr mehr auf dem Tacho. Über Dänemark, Schweden , Norwegen, die Lofoten und das Nordcap, wo sie ihre fast zehnjährige Hündin Kira begraben mussten, reisten sie an der Westküste Finnlands bis Helsinki und setzten nach Tallin über. „Wir haben die baltischen Staaten besucht, sind von Litauen nach Polen und von dort in die Ukraine. Ein kleiner Umweg, aber wir hatten nicht rechtzeitig Visa für Weißrussland beantragt“, erzählt Ard und listet weiter die Reiseroute auf: Karpaten, Schwarzmeerküste bis Istanbul „Eine beeindruckende Stadt“, Ägäis, Mittelmeer, Besuch bei Freunden auf der Insel Kos, Mitteltürkei. Hier begann das Leben massiv vom Weltreiseplan abzuweichen. Nadine und Ard  hatten bemerkt, dass sich Tara und Elu zunehmend zurückzogen, sogar über Bauchschmerzen klagten. Familienrat. „Die Mädchen wollten die Reise in der Form nicht mehr fortführen. Es war ja ein wahnsinniger Prozess für uns alle. Raus aus allen gewohnten Strukturen, auf engstem Raum und ständig ein neues Umfeld. Da kann man schon mal in ein mentales Loch fallen und sich das Gewohnte zurückwünschen.“ Schumachers gehen auf die Bedenken ihrer Kinder ein. Sie reisen über Griechenland, Albanien, Monte Negro, Kroatien, Italien und Österreich zurück nach Deutschland. „Aber wir wollen nicht bleiben. In Norwegen werden wir unser Winterquartier aufschlagen, möglichst in einer verschneiten Hütte.“ Ungefähr im Februar 2019 wollen wir entscheiden, ob wir uns dort einen Job suchen, die Kinder wieder beschulen lassen oder vielleicht mit dem Flugzeug  die Reise fortsetzen und so doch in Neuseeland landen. Das lassen wir uns offen“, sind sich die Vier einig. Sie können sich vorstellen, per Haussitting weitere Ziele wie Australien zu erreichen. „Wenn sich ein Business ergibt, dass unterwegs zu erledigen ist, werden wir es nutzen.“ Druck haben Schumachers nicht. „Wir waren ja auf eine lange Auszeit eingerichtet.“ Alle ihre Stationen und was ihnen so begegnet, dokumentieren sie mit der Kamera. Ob daraus tatsächlich ein Film oder Sendebeitrag wird, steht noch nicht genau fest. Auf ihrer bisherigen Fahrt trafen sie einige deutsche Familien. „Eine ist seit sechs Jahren unterwegs und beschult ihre zwei Kinder selbst.“ „Dies hat uns wieder bestärkt weiter zu reisen.“ Elues Sorge, sie könnte den Bildungsanschluss verpassen, bestätigte sich nicht: „Ich stellte im Biounterricht 8. Klasse fest, den Anschluss nicht verpasst zu haben. Den Themenbereich in der Unterrichtsstunde wurde mir in den vergangenen Monaten von meinen Eltern bereits vermittelt.“ So lassen die Schumachers dem Leben zunächst freien Lauf.

 

geschrieben von Antje Jusepeitis 

 

 

 

Die letzten Wochen

 

Ein Besuch in Deutschland wurde für uns zu einem Date-Marathon auf ganz besondere Art und Weise, anstrengend, aber auch sehr hilfreich um unsere weiteren Ideen zu stärken. Antje hat es in ihrem Artikel schon sehr gut zusammengefasst. Vielen Dank dafür nochmal.

 

 

 

Schule: Auch ohne festen Lehrplan und bekannter Unterrichtsstrukturen, freuen wir uns über das Vertrauen unserer Kinder, in der Idee des „Freien Lernens“. 

Lernen was mich interessiert.

Es ist so wunderbar dieses zu erleben.

Man vergisst zu schnell, dass Kinder sich auch in einem Umbruchprozeß befinden und selber erst einmal reflektieren dürfen, was ihre Eltern ihnen zeigen wollen. Eine andere Art vom Leben. 

Der Prozess jedes Kindes beträgt pro Schuljahr mindestens einen Monat, also geben wir ihnen die Zeit die sie brauchen. Helfen bei Entscheidungen und Unsicherheiten, geben ihnen Vertrauen, vermitteln Kontakte zu anderen Worldschoolers, besuchen Projekte im Netz für Freilerner und sind dankbar für unsere tollen neuen Bekanntschaften, welche unsere Kinder unterstützen mit ihren Erfahrungen im „Freien Lernen“.

 

Unsere Reise wird weitergehen, erstmal wieder Richtung Nord-Skandinavien und dort werden wir uns etwas einschneien lassen, alle Eindrücke der letzten Monate sortieren und weitere Schritte und Projekte dort entscheiden. Jeder von uns darf seine Gefühle und seine Bedürfnisse freien Lauf lassen, in sich gehen und erkunden was ihm Spaß machen würde und wo wir eine Leichtigkeit verspüren. Es ist wirklich eine wunderbare Zeit für uns 4. Wir genießen sie gerade in vollen Zügen, auch mit ihren Höhen und Tiefen. Alles darf da sein.

 

Eure SchuSchus –Nadine-

 

 

 

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